Befristete Beschäftigung: Jeder
elfte Vertrag hat ein Verfallsdatum
Das statistische Bundesamt berichtet in seiner Veröffentlichung
vom 16.03.2010, dass die Anzahl der befristeten Arbeitsverträge in
den vergangenen zwei Jahrzehnten deutlich zugenommen habe. Rund 2,7
Millionen (8,9%) der insgesamt 30,7 Millionen abhängig
Beschäftigten haben einen Vertrag auf Zeit (Mikrozensus 2008).
Atypische Beschäftigungsverhältnisse, zu denen befristete
Arbeitsverträge, Beschäftigung bei Leiharbeitsfirmen oder
Jobs mit Arbeitszeiten von weniger als 21 Stunden pro Woche
zählen, geben dem Arbeitgeber flexible Möglichkeiten des
Personaleinsatzes. Für die Arbeitnehmer hingegen bedeutet das eine
geringere soziale Absicherung. Durch das am 1.1.2001 in Kraft
getretene Teilzeit- und Befristungsgesetz ist dieser Trend forciert
worden.
Befristungsquote für
Beschäftige nach Geschlecht
Frauen sind zwar etwas häufiger in befristeten
Arbeitsverträgen
beschäftigt als Männer, die Differenz ist aber eher gering
(2008: Anteil 9,5% gegenüber einem Anteil von 8,4% bei
Männern, Differenz ca. 1 Prozent).
Weniger (Planungs-) Sicherheit
für junge Wissenschaftler
Vor allem junge Wissenschaftler(innen) in Deutschland müssen sich
in vielen Fällen mit einemn zeitlich befristeten Vertrag zufrieden
geben. Mehr als ein Drittel der 20- bis 30-jährigen mit
akademischem Beruf hat einen befristeten Arbeitsvertrag. Bei den Frauen
liegt dieser Anteil sogar bei rund 40%. Insgesamt liegt die
Befristungsrate bei Wissenschaftlern, die etwa 13,9% aller
Beschäftigten ausmachen, bei überdurchschnittlichen 11,1%
Jung, ledig, befristet
beschäftigt ?
Der Anteil der befristet Beschäftigten in der Altersgruppe 15 -
20 Jahre war mit 40,7% am höchsten (Personen in betrieblicher oder
schulischer Ausbildung wurden nicht berücksichtigt). In der
Altersgruppe 20 - 25 Jahre liegt er bei 25%, bei den 30 - 40
jährigen liegt er bei 9,3 %, bei den 40 - 50 jährigen noch
bei 6,1 %.
Immer mehr jüngere Arbeitnehmer sind von befristeten
Verträgen betroffen. Der Anteil von verheirateten Personen mit
befristeten Verträgen ist mit 6,8% deutlich geringer als bei
Ledigen (14,9%).
Überproportional betroffen sind Beschäftigte im Bereich
"Öffentliche und private Dienstleistungen" mit einem Anteil von
13,9 %. Ausländer stehen sehr viel häufiger in zeitlich
begrenzten
Arbeitsverhältnissen als deutsche Arbeitnehmer.
Zwei Jahre Probezeit ?
Zeitverträge werden überwiegend auf bis zu 24 Monate begrenzt
(85,1%). Der Einjahresvertrag (24,1%) ist am häufigsten, gefolgt
vom Halbjahres- (18,2%) und Zweijahresvertrag (13,1%).
Wer verzichtet schon freiwillig
auf eine Festanstellung ?
So sehr auch Befristungen als Instrument einer flexiblen
Personalwirtschaft den Interessen von Arbeitgebern entgegenkommen
mögen, entsprechen sie nur selten den Wünschen der
Arbeitnehmern. Von den 2,7 Millionen befristet Beschäftigten des
Jahres 2008 erklärten nur 2,5%, keine Dauerstelle gewünscht
zu haben. Der überwiegende Teil gab an, keine Dauerstelle gefunden
zu haben. Für jeden Fünften (20,9%) handelte es sich bei der
ausgeübten Tätigkeit um eine zeitlich begrenzten
Probearbeitsvertrag.
(Quelle: Statistisches
Bundesamt, Wiesbaden 2010)
Soweit das Statistische Bundesamt mit den Mikrozensusdaten von
2008, hier noch einmal die Zahlen von befristeter Arbeit beim KIT
(Campus Süd):
(siehe
Zeitvertrag vs. Festvertrag)
Gute
Arbeit
braucht feste Mitarbeiter,
ein
gutes
KIT
braucht
mehr
Festverträge