Doktorandenbefragung am KIT-2010
Summa cum laude?
Im Frühjahr 2010 führte das KHYS (House of Young Scientists)
im Auftrag des Präsidiums, Abteilung Qualitätsmangement eine
Befragung der Doktoranden/innen am KIT durch. Sie sollten in über
120 Fragen Auskunft darüber geben, wie zufrieden sie mit ihrer
Situation als Doktorand/in sind, wie sie z.B. ihre Arbeitsbedingungen,
die Betreuung, die Finanzierung und die Vereinbarkeit von Familie und
Promotion beurteilen.
Geantwortet haben 1040 Promovierende, das sind ca. 40% der
Angeschriebenen.
Die Veröffentlichung der Ergebnisse ließ jedoch auf sich
warten: angekündigt für Herbst 2010 wurden im Juli 2011 im
intranet des KIT das Ankündigungsschreiben des Präsidiums,
die Einzelergebnisse der Befragung, und eine kurze Zusammenfassung der
Ergebnisse eingestellt. Zugänglich sind diese Dateien über
http://www.khys.kit.edu/doktorandenbefragung.php.
oder hier:
Anschreiben
des Präsidiums
Einzelergebnisse
der Befragung
Zusammenfassung
der Befragung
Hält die Befragung, was ihre Ankündigung verspricht?
Wir haben die Ergebnisse genauer unter die Lupe genommen und sie
bewertet.
Zunächst stellt sich die Frage, welches Ziel mit der Befragung
erreicht werden soll.
- Soll nur der Ist-Zustand festgestellt werden?
- Qualitätsstandards daraus abgeleitet werden?
- Defizite und Problempunkte genau lokalisiert und benannt werden?
- Daraus Veränderungen ab- und eingeleitet werden?
- Oder will die KIT-Leitung nur beweisen, wie toll die
Promotionsbedingungen am KIT sind?
Wir können es nicht feststellen, denn weder das
Präsidiumsschreiben, noch die Einzelergebnisse oder die
Zusammenfassung enthalten eine Beurteilung und Interpretation
derselben. Das Benennen von Problembereichen wurde strikt vermieden und
die Daten soweit anonymisiert, dass praktisch keine
Rückschlüsse auf einzelne Fakultäten möglich sind.
Eine dahingehende Auswertung ist jedoch sehr wahrscheinlich, da "die
Fakultäten eine detaillierte Auswertung zu
Qualitätssicherungszwecken erhalten sollen." (Zitat aus dem
Präsidiumsschreiben).
Wir haben uns daher die Mühe gemacht, selbst die Ergebnisse im
Einzelnen zu betrachten und zu bewerten.
Das haben wir zusammen gefasst in unserem ausführlicheren
Kommentar
zur Doktorandenbefragung.
Viele Fragen, die zur genaueren Analyse der Situation beitragen
könnten, wurden jedoch nicht gestellt, und nach
Verbesserungsvorschlägen wurde auch nicht gefragt. Denn es gibt
sehr wohl Punkte, mit denen die Promovierenden nicht oder nur wenig
zufrieden sind, z.B. die unsichere Vertragssituation mit den sehr
kurzen Laufzeiten befristeter Arbeitsverträge (dazu auch unsere
Seiten
Befristete Arbeitsverträge),
die Bezahlung, die tatsächlich anfallenden Arbeitsstunden und die
schlechte Kinderbetreuung (mehr dazu im ausführlichen Kommentar,
siehe oben). Die Problemthemen werden nur festgestellt, aber nicht
vertiefend hinterfragt.
Bleibt also abzuwarten, welche
Schlüsse daraus gezogen und welche Veränderungen eingeleitet
werden.
Im Jahr 2013 ist die nächste Doktorandenbefragung geplant. Schaun
wir mal, was dann anders ist.
Ergänzend dazu haben wir ein paar Fragen zusammengestellt, die
noch gestellt werden sollten. Wer Lust dazu hat, kann den Fragebogen
ausfüllen und uns zuschicken. Hier geht´s zu den
erweiterten
Fragen.